«KMU leisten Grossartiges und haben Aufmerksamkeit verdient»

Mit «KMUdate» gibt Unternehmerin Karin Leuch der faszinierenden Welt der kleinen und mittleren Unternehmen eine Fernsehplattform. Im Interview verrät sie, wie das Format entstanden ist, welche Herausforderungen es birgt und warum KMU unsere Wertschätzung mehr denn je verdienen.

Wie ist die Idee zum Format «KMUdate» entstanden?
Karin Leuch:
«KMUdate» ist aus dem TV-Format «SPORTDATE» hervorgegangen. Aufgrund einiger Anfragen, ob wir solch eine TV-Produktion nicht auch in anderen Regionen oder Lokalitäten umsetzen würden, entstand die Idee. Dazu kommt, dass ich mich bis vor vier Jahren für KMU-Belange eingesetzt habe, als langjähriges Vorstandsmitglied beim KMU-Verband Winterthur. Ich finde, KMU leisten Grossartiges und haben Aufmerksamkeit und Wertschätzung verdient. Wir möchten mit dem Format wirtschaftsaffine Leute ansprechen die mehr über wichtige KMU-Themen erfahren, aber auch Einblick in verschiedenste Unternehmen gewinnen möchten.

Nach welchen Kriterien werden die Unternehmen und Regionen ausgewählt?
Bei der Winterthurer Staffel setzen wir KMU aus der Region Winterthur in den Fokus. Ausschlaggebend ist der Ort, an dem wir einen solchen Event umsetzen können. Denn wir haben den Anspruch, mitten drin im Geschehen zu produzieren, also dort wo gearbeitet, produziert oder verkauft wird. Das Bühnensetting ist das eine, aber auch das Drumherum muss genaustens vorbereitet sein, damit attraktive Kameraeinstellungen für die Fernsehproduktion möglich sind. Bei einem Besichtigungstermin werden diverse Faktoren geprüft. Man muss die DNA eines Betriebes spüren. Unser Ziel ist es, auch Wissensplattform zu sein, bei der man Wertvolles über verschiedenste Themen erfahren kann.

Unternehmerin Karin Leuch hat das TV-Format KMUdate ins Leben gerufen.

Welche Herausforderungen gibt es bei der Organisation einer TV-Produktion in einem so unkonventionellen Setting wie einer Werkstatt oder Produktionshalle?
Bei unseren TV-Produktionen setzen wir jeweils bis zu neun Kameras ein. Diese müssen platziert werden können. Zu beachten gilt auch, was für Lichtverhältnisse gegeben sind und wie die Raumakustik ist. Hat es laute Abluftventilatoren, Heiz- oder Lüftungsgebläse oder Maschinen, die die Funkverbindung stören könnten? Zudem müssen die Temperaturen stimmen. Im Winter in einer nicht beheizten Produktionshalle zu sitzen, wäre für das Publikum doch eher ungemütlich.

Was sind aus Ihrer Sicht die Zutaten, die es für eine richtig gute Sendung braucht?
Originelle Räumlichkeiten, ein spannendes Thema, interessante Talkgäste und ein heiteres Publikum, das Emotionen und Stimmung in die Sendung bringt.

 

Was können die Gäste vor Ort erleben, das sie bei einer klassischen Fernsehsendung nicht geboten bekommen?
Talkveranstaltungen gibt es ja viele, doch die meisten finden in eher sterilen Räumlichkeiten statt, die nicht viel mit dem Thema zu tun haben. Bei uns sitzt man mitten drin in einem Unternehmen, ist umgeben von Produktionsmaschinen oder den Produkten, die hergestellt oder verkauft werden. «KMUdate» macht Unternehmen sichtbar und erlebbar. Das Ganze noch als unterhaltsame TV-Sendung verpackt, macht uns ziemlich einzigartig. Die Teilnahme an unseren Anlässen ist für die Zuschauer kostenlos und die anschliessenden Netzwerkapéros bieten Raum für weitere, anregende Diskussionen und interessante Begegnungen.

Warum ist es Ihnen wichtig, die Leistungen von KMUs – den „unsichtbaren Helden der Wirtschaft“ – in den Mittelpunkt zu rücken?
Weil wir unseren KMU Sorge tragen müssen! Sie sind so wichtig für unser System. Leider ist die Wertschätzung in den letzten Jahren etwas verloren gegangen. In der heutigen Zeit ein Unternehmen zu führen ist alles andere als einfach. Man trägt sehr viel Verantwortung und der Druck ist immens. Immer mehr Reglementierungen, ständige Anpassungen an neue Technologien, der Nachhaltigkeitsdruck, der Personalmangel oder auch die stetig steigenden Erwartungen der Mitarbeitenden. «KMUdate» transportiert wichtige Themen, mit denen sich KMU auseinandersetzen. Eine sehr wichtige Plattform, um der breiten Öffentlichkeit zu zeigen, warum KMU eben unsere unsichtbaren Helden sind.

Wie profitieren Unternehmen davon, Gastgeber einer solchen Veranstaltung zu sein?
Ein Gastgeberunternehmen hat die Möglichkeit, in seinem Betrieb einen einzigartigen Event umzusetzen, zu dem es auch Kunden, Partner und Mitarbeitende einladen kann. Die Strahlkraft ist enorm gross. Die gesamte Organisation im Vorfeld läuft über uns und die Diskussionsrunde wird bei mehreren TV-Stationen ausgestrahlt. Neu sind wir auch bei Tele Züri zu sehen – der Nr. 1 der Schweizer Regionalfernsehsender. Zudem ist die Sendung auch bei den bisherigen Sendepartnern Tele Top, dem Schaffhauser Fernsehen und dem TV Oberwallis zu sehen. Eine sehr grosse, ehrlich gesagt, beinahe unbezahlbare Werbekiste.

Wird das Format so weitergeführt?
Wir müssen von Jahr zu Jahr schauen, wie es weitergeht, denn es benötigt nicht nur Gastgeber für die Umsetzung dieser besonderen TV-Staffel, sondern auch Sponsoren, die uns unterstützen. Die ab Januar startende Staffel beinhaltet sechs Veranstaltungen, zu denen wir im Abstand von zwei Monaten einladen. Auch im Kanton Thurgau ist man auf das Format aufmerksam geworden und wenn alles gut läuft, starten wir dort Mitte 2025 eine weitere, autonome Sendestaffel. Wir sind auf guten Wegen, aber auch hier benötigt es viel Effort für eine langfristige Umsetzung.