«Internationale Attraktivität beginnt mit internationaler Sichtbarkeit.»
Das Zurich AI Festival bringt die Innovationskraft der Greater Zurich Area auf die internationale Bühne. Erstmals ist dabei auch Winterthur Teil des Programms. Wir haben mit Sabine Müller von der Greater Zurich Area AG darüber gesprochen, weshalb das Festival wichtig ist, welche Rolle Winterthur im Innovationsökosystem spielt und worauf sie sich besonders freut.
Welches Ziel verfolgt das Zurich AI Festival?
Sabine Müller: Die Greater Zurich Area gehört zu den weltweit führenden Forschungs- und Innovationsstandorten, wird international aber noch zu wenig als solcher wahrgenommen. Das Zurich AI Festival macht diese Stärke sichtbar. Es zeigt, weshalb unsere Region zu den weltweit spannendsten Standorten für KI und Deep Tech gehört und macht sie für Unternehmen, Talente und Investoren noch attraktiver.
Was zeichnet die Greater Zurich Area als KI- und Deep-Tech-Standort aus?
Hier treffen Spitzenforschung, eine aussergewöhnlich hohe Dichte an AI-Talenten, internationale Tech-Unternehmen und starke Industriepartner auf engem Raum zusammen. Der Swiss Deep Tech Report 2026 bestätigt diese Stärke: Die Schweiz liegt bei Deep-Tech-Finanzierung pro Kopf europaweit an der Spitze, und bereits jedes vierte neu gegründete Start-up ist im Bereich AI/ML tätig. Entscheidend ist aber die Umsetzungskraft: Hier wird KI nicht nur erforscht, sondern auch in Produkte, Anwendungen und Unternehmen überführt.
Das Festival findet an verschiedenen Standorten statt. Weshalb habt ihr euch für dieses Konzept entschieden?
Wer unsere Region verstehen will, muss sie erleben. Deshalb öffnen wir Türen zu den Orten, an denen Spitzenforschung, Robotik und KI tatsächlich entstehen. Viele dieser Orte sind sonst kaum zugänglich. Das Festival macht sichtbar, wo Innovation entsteht, und eröffnet einen direkten Zugang zu unserem oftmals wenig sichtbaren Innovationsökosystem.
Welche Rolle spielt Winterthur im KI- und Innovationsökosystem und was bedeutet die Premiere von «AI Meets Reality» auf dem Vitus-Areal?
Winterthur verbindet Technologie, zukunftsfähige Areale und Bildung. Mit transformierten Industriearealen wie dem Vitus und der ZHAW entsteht ein Umfeld, in dem industrielle Substanz, angewandte Forschung und neue Technologien unmittelbar zusammenfinden. Dass Winterthur mit «AI Meets Reality» erstmals Teil des Zurich AI Festivals ist, passt perfekt zur Idee des Festivals. Wir zeigen Innovation dort, wo sie entsteht und angewendet wird. Besonders freue ich mich auf den Auftritt von Davide Scaramuzza, einem der international renommiertesten Professoren für Robotik und Wahrnehmung der Universität Zürich. Er wurde gerade kürzlich vom MIT Technology Review interviewt. Führende Persönlichkeiten machen die Stärken unseres Innovationsstandorts greifbar.
Worauf freust du dich am Zurich AI Festival 2026 besonders und was sollten Unternehmen dabei auf keinen Fall verpassen?
Auf die Begegnungen, die spontanen genauso wie die geplanten. Das Festival bringt internationale Entscheiderinnen und Entscheider mit dem Schweizer Innovationsökosystem zusammen. Aus ersten Gesprächen entstehen Verbindungen, später vielleicht Kollaborationen und im besten Fall konkrete Ansiedlungsprojekte.
Einen einzelnen Programmpunkt möchte ich bewusst nicht hervorheben. Jede Veranstaltung wurde vom ETH AI Center sorgfältig kuratiert. Unternehmen sollten sich ihr Programm entlang ihrer eigenen strategischen Fragen zusammenstellen – genau darin liegt die Stärke des Festivals.
Entstehung und Trägerschaft
Das Zurich AI Festival wird vom ETH AI Center, der Greater Zurich Area AG, der Stadt Zürich, dem Kanton Zürich und Zürich Tourismus gemeinsam getragen. Hinter der Greater Zurich Area AG stehen neun Mitgliedskantone, die Region Winterthur und die Stadt Zürich. Zusätzliche internationale Strahlkraft schafft die Zusammenarbeit mit Choose Europe, dem Netzwerk führender europäischer Wirtschaftsregionen im Wettbewerb um Unternehmen und Talente.