Wie finden autonome Roboter, Drohnen und intelligente Systeme den Weg aus dem Labor in die Praxis?

Genau dieser Frage widmet sich das Programm «AI Meets Reality: From Algorithms to Autonomous Systems» am Zurich AI Festival in Winterthur. Gemeinsam mit dem LINA-Team der Zürcher Hochschulen (ZHAW, UZH und ZHdK), Industriepartnern, dem Vitus Areal und House of Winterthur entsteht ein Programm, das Forschung, Wirtschaft und Gesellschaft zusammenbringt. Mitinitiantin und Keynote-Speakerin Dr. Hella Bolck erzählt im Interview, warum Winterthur der ideale Austragungsort ist und worauf sich Besucherinnen und Besucher freuen dürfen.

Dr. Hella Bolck ist Wissenschaftlerin und Mitinitiantin von «AI Meets Reality: From Algorithms to Autonomous Systems»

«AI Meets Reality: From Algorithms to Autonomous Systems» – worum geht es in diesem Programm und was erwartet die Besucherinnen und Besucher?
Hella Bolck: Unsere Leitfrage lautet: Physical AI verlässt das Labor – was ist nötig, damit solche Systeme in unserer realen Welt funktionieren? Autonome Roboter, Drohnen und intelligente Systeme werden künftig immer stärker Teil unseres Alltags sein. Sie können uns beispielsweise in Schutz und Rettung unterstützen oder Aufgaben übernehmen, die für Menschen gefährlich oder mühsam sind. Auf dem Weg vom Prototyp zur Anwendung entstehen jedoch viele technische, gesellschaftliche und regulatorische Fragen. Mit «AI Meets Reality» machen wir diesen Weg sichtbar und erlebbar.

Die Besucher:innen erwartet ein vielseitiges Programm mit Keynotes und Demos von Expert:innen aus Forschung und Praxis. Sie zeigen, was heute bereits möglich ist, welche Anwendungen besonders viel Potenzial haben und wo noch Herausforderungen bestehen. In einer Podiumsdiskussion widmen wir uns zudem den Fragen nach Vertrauen, Verantwortung und gesellschaftlicher Akzeptanz.

Das Zurich AI Festival macht dieses Jahr Halt in Winterthur. Warum ist die Stadt und insbesondere das Vitus Areal der richtige Ort für diesen Anlass?
Winterthur ist der ideale Ort für diesen Anlass. Das Festival unterstützt genau das, was die Stadt mit ihrer Wirtschaftsstrategie erreichen will: Winterthur als Technologie- und Innovationsstandort sichtbarer machen, wichtige Akteur stärker vernetzen und den Austausch zwischen industrieller Kompetenz, Akademie und praktischer Anwendung, aber auch Politik, Verwaltung und den Einwohnern fördern.

Mit der ZHAW verfügt Winterthur über eine starke Hochschule, die unter anderem Kompetenzen in Engineering, Aviatik und KI zusammenbringt. Das AI Festival Event ist aus unserer Arbeit bei LINA entstanden, wo wir vor allem an der Schnittstelle dieser Bereich arbeiten, um eine Plattform für das Testen und Erproben von Physcial AI und autonomen Systemen unter realitätsnahen Bedingungen aufzubauen. Mit „AI meets Reality“ möchten wir noch stärker sichtbar machen, dass das Zürcher AI- und Innovationsökosystem nicht an den Stadtgrenzen endet, sondern weit in den Kanton und bis nach Winterthur reicht und dass hier bereits heute so viel Spannendes entsteht.

Das Vitus-Areal bietet dafür die idealen Bedingungen: In der Halle können wir eine Bühne aufbauen und Systeme direkt vorführen, während draussen Platz für mobile Demos wie Drohnen oder autonome Fahrzeuge ist. Gleichzeitig ist das Areal gut erreichbar und nah an den wichtigen Akteuren unseres Ökosystems. Besonders schätzen wir die unkomplizierte Zusammenarbeit mit dem Vitus-Team und die Möglichkeit, damit auch ein lebendiges Start-up- und Industrieökosystem in Winterthur zu stärken.

Worauf freust du dich am Zurich AI Festival 2026 persönlich am meisten – und welchen Programmpunkt sollten Unternehmen nicht verpassen?
Ich freue mich besonders darauf, unser LINA Team und unser starkes Netzwerk zusammenzubringen. Gemeinsam ziehen wir an einem Strang und wollen zeigen, wie viel Kompetenz, Energie und Herzblut im Schweizer Ökosystem für Physical AI und autonome Systeme steckt und wie daraus konkrete Lösungen mit positiver Wirkung entstehen können. Es wäre grossartig, wenn wir damit Menschen begeistern und in Winterthur einen Ort schaffen, an dem solche Entwicklungen sichtbar sind, offen diskutiert und gemeinsam vorangetrieben werden.

Ein Highlight wird für mich die Innovation Fair sein: Dort können Unternehmen und Besucherinnen und Besucher aktuelle Systeme direkt erleben, sich mit den Leuten, die sie entwickeln und implementieren, austauschen und sehen, wo wir heute schon stehen.