3 Fragen an Urs Honold, SBB-Projektleiter beim Projekt MehrSpur Zürich-Winterthur

Mit dem MehrSpur‑Projekt und dem Brüttenertunnel realisiert die SBB eines der bedeutendsten Bahnvorhaben der Schweiz, um die Verbindung zwischen Zürich und Winterthur nachhaltig zu stärken. Im Interview gibt Urs Honold, Projektleiter für den Abschnitt Winterthur, Einblick in das komplexe Grossprojekt, seine Bedeutung für den Wirtschaftsstandort und die beteiligten Unternehmen.

Urs Honold ist Projektleiter Abschnitt Winterthur beim Grossprojekt MehrSpur Zürich-Winterthur.

Welche Winterthurer Firmen sind am MehrSpur‑Projekt beteiligt?
Die umfangreichen Bauarbeiten werden durch die Unternehmungen Implenia und Marti durchgeführt, welche über Erfahrungen bei der Erstellung komplexer Bauwerke im Bahnumfeld verfügen. Die Arbeiten an der Bahntechnik werden durch spezialisierte Unternehmungen durchgeführt, welche in der ganzen Schweiz tätig sind. Die SBB ist interessiert, bei anstehenden Aufträgen im Rahmen der Möglichkeiten des öffentlichen Beschaffungsrechtes auch lokale Unternehmungen zu berücksichtigen.

Wie stark profitiert der Wirtschaftsstandort Winterthur vom Projekt insgesamt?
Zwischen Zürich und Winterthur werden zwei Fernverkehrslinien zukünftig im Viertelstundentakt fahren. Im Zürcher S-Bahnnetz wird der Viertelstundentakt zum Grundtakt im Kernnetz. Die Fahrzeit verkürzt sich zwischen Zürich–Winterthur um bis zu 8 Minuten. Es gibt mehr und schnellere Verbindungen in die Ostschweiz. Innerstädtisch verkehrt eine S-Bahn halbstündlich von Wülflingen und Töss nach Oberwinterthur–Seuzach.

Wie viele Personen werden auf Winterthurer Seite auf den Baustellen beschäftigt sein?
Eine genaue Abschätzung ist schwierig und hängt stark von den Arbeiten ab. Dabei handelt es sich um Ingenieur:innen und Architekten:innen, welche in einem ersten Schritt die Pläne erstellen. Anschliessend erstellen Baufachleute die Unterführungen, Brücken, Perrons und Gebäude. Die elektrischen Anlagen werden von entsprechenden Installateur:innen durchgeführt. Die Ausbauten an Gleisen, Fahrleitungen und Stellwerken werden durch Spezialist:innen der Bahntechnik ausgeführt. Das Projektteam setzt sich aus weit über hundert Personen zusammen, welche in unterschiedlicher Intensität am Projekt beteiligt sind.