«Home ist für mich weniger ein Ort als ein Gefühl»

Mit seinem Werk «Home» gestaltet Lionel David 2026 die Streetart-Wand am Bahnmeisterweg. Im Interview erzählt der visuelle Künstler, was hinter dem Motiv steckt, wie ihn Winterthur inspiriert hat und warum er am geschäftigen Bahnhof einen Moment der Ruhe schaffen möchte.

Der Künstler Lionel David vor seinem Mural «Home».

Lionel David mit dem Werkzeug seiner Wahl: dem Pinsel.

Dein Werk trägt den Titel «Home». Was bedeutet «Home» für dich und wie spiegelt sich das im Wandbild wider?
Lionel David: Home ist für mich weniger ein Ort als ein Gefühl. Das Wandbild handelt von Geborgenheit, Ruhe und dem Moment, bei sich selbst anzukommen. Das Bild lässt bewusst Raum offen, um eigene Erinnerungen und Assoziationen darin zu finden.

Wie ist die Idee für «Home» entstanden und welche Rolle spielt Winterthur dabei?
Das Format war eine echte Herausforderung... Nach einigem Ausprobieren wurde mir klar, dass ich jemanden liegend darstellen möchte, um so die Länge der Wand auszunutzen. Die textile Vergangenheit Winterthurs war ein wichtiger Ausgangspunkt und hat mich zum Stoffmotiv inspiriert. Die Stofflandschaft nimmt darauf Bezug, ohne historisch zu wirken. Daraus entstand Schritt für Schritt ein Bild, das den Ort farblich und gefühlsmässig aufgreift.

Was verbindet dich persönlich mit Winterthur?
Ich war hier früher oft als DJ unterwegs und habe mich hier immer sehr wohl gefühlt. Vor etwa zwei Jahren konnte ich beim Lokwerk ein Wandbild umsetzen. Ich schätze die kulturelle Szene mit Orten wie dem alten Busdepot oder Veranstaltungen wie die Jungkunst, Musikfestwochen etc. sehr. Umso schöner ist es, mit dem Wandbild nun Teil des öffentlichen Raums zu sein.

Wie beeinflusst der Standort beim Bahnhof dein Werk?
Der Standort ist für mich ein wichtiger Teil des Werks. Der Bahnhof ist ein lauter Ort mit viel Bewegung – mit «Home» wollte ich einen ruhigen Gegenpol schaffen.

Zum Schluss: Was wünschst du dir, dass Passant:innen mitnehmen, wenn sie vor «Home» stehen bleiben?
Ich wünsche mir, dass das Werk für einen Moment entschleunigt. Wenn jemand innehält und etwas Eigenes darin entdeckt, hat das Bild seinen Zweck erfüllt.