«Innovation soll nicht abstrakt bleiben, sondern in Unternehmen spürbar Wirkung entfalten»

Ahead bündelt seit 2025 zentrale Angebote für Gründer:innen und KMU im Wirtschaftsraum Zürich unter einem Dach. Im Interview spricht CEO Chantal Stäuble darüber, wie sich das neue Gründungs‑ und Innovationszentrum positioniert, welche Herausforderungen Unternehmen aktuell bewegen und wie Unterstützung entlang des gesamten unternehmerischen Lebenszyklus aussieht.

Ahead gibt es seit Juli 2025. Was ist heute anders als früher?
Chantal Stäuble: Wir haben die Kräfte gebündelt. Ahead ist heute die zentrale Anlaufstelle für Gründer:innen und KMU im Wirtschaftsraum Zürich. Unter einem Dach vereinen wir die bisherigen Angebote von Startzentrum, GO! Mikrokredite, gruenden.ch sowie KMU & Innovation. Ob Geschäftsidee, Mikrokredit oder Innovationsprojekt – Unternehmer:innen erhalten unabhängige, praxisgerechte Unterstützung entlang des gesamten unternehmerischen Lebenszyklus. Träger sind Stadt und Kanton Zürich sowie die Zürcher Kantonalbank.

Wie fällt Ihr erstes Fazit aus?
Die Nachfrage ist seit dem Start deutlich gestiegen: 2025 erhielten wir über 800 Anfragen und begleiteten mehr als 600 Gründer:innen und KMU. Unser Ansatz ist niederschwellig: kostenlose Erstberatung, praxisnah und individuell. Je nach Vorhaben stellen wir unser Netzwerk an Experten zur Verfügung. Uns geht es darum, konkrete Umsetzungen auszulösen – sei es bei einer Gründung, einer Finanzierung oder einem Innovationsvorhaben. Gleichzeitig entwickeln wir unsere Angebote bedürfnisorientiert laufend weiter, etwa beim Thema KI.

Chantal Stäuble, CEO von Ahead, leitet das neue Gründungs- und Innovationszentrum Zürich, das als Non‑Profit‑Organisation Gründer:innen und KMU unterstützt.

Wo liegt der grösste Nutzen für Gründer:innen und KMU?
Wir arbeiten sehr umsetzungsorientiert. Bei Gründer:innen analysieren wir in einer kostenlosen Erstberatung die Geschäftsidee und beraten zum Gründungsakt, Buchführung und Versicherungen. Bei Bedarf ermöglichen wir Mikrokredite bis 40’000 Franken. KMU begleiten wir bei Innovationsvorhaben mit einer Status-quo-Analyse, Beratung (bis 35 h kostenlos) und können auf externe Innovationsexperten und Förderinstrumente zugreifen. Wir verstehen uns als Sparring-Partner von der Idee bis zur Umsetzung. Viele unserer inspirierenden Erfolgsgeschichten kann man auf unserer Website nachlesen.

Mit welchen Herausforderungen kommen Unternehmen zu Ihnen?
Viele Gründer:innen beschäftigen sich zuerst mit rechtlichen Fragen. Entscheidend ist aber oft: Welches Problem löse ich für Kund:innen? Wie teste ich mein Angebot am Markt? Wir fordern dazu auf, früh Feedback einzuholen. Bei KMU dominieren aktuell drei Themen: Produkt- und Serviceinnovation, Nachhaltigkeit sowie Digitalisierung und Automatisierung.

Wie unterstützt Ahead bei Innovation konkret?
Wir bringen Aussenperspektive, unternehmerische Erfahrung, Methodik und das passende Netzwerk ein. Manche Unternehmen brauchen strategische Inputs, andere operative Begleitung. Oft vernetzen wir mit Fachexperten aus Praxis, Hochschulen oder Innosuisse. Innovation soll nicht abstrakt bleiben, sondern Unternehmen voranbringen und spürbare Wirkung entfalten.

Interview: April 2026