Blick hinter die Kulissen – mit Andi Wilke

Andi Wilke ist Manager Standortförderung und setzt sich täglich dafür ein, Winterthur als attraktiven Wirtschaftsstandort weiterzuentwickeln. Sein Arbeitsalltag bewegt sich zwischen Gesprächen mit Unternehmen, strategischer Standortpositionierung und internationalem Austausch.

© Boris Baldinger

08:00 Uhr – Übersicht verschaffen, bevor der Tag einen überholt
Andi wirft einen Blick auf seine Mails, offene Threads und die Termine des Tages. Wer hat bereits geantwortet? Wo braucht es heute eine Reaktion, was kann noch warten? Diese erste Orientierung hilft, Prioritäten zu setzen, bevor der Tag richtig Fahrt aufnimmt.

09:30 Uhr – Kennenlerngespräch mit einem Startup
Ein junges Unternehmen aus der Industrietechnologie denkt darüber nach, seinen Schweizer Sitz in der Region aufzubauen. Im Gespräch geht es vor allem ums Zuhören: Was braucht das Startup, was sucht es konkret und welche Erwartungen hat es an einen Standort? Nicht jedes Treffen führt sofort zu einem Ergebnis – doch oft liegt genau hier der Anfang einer erfolgreichen Zusammenarbeit.

10:30 Uhr – Site-Visit mit einem Unternehmen aus Südafrika
Ein Unternehmen aus Südafrika prüft, ob Winterthur als europäischer Standort in Frage kommt. Andi zeigt ihnen den Standort. Dabei ist er nicht Touristenführer, sondern Connector: Was bietet die lokale Wirtschaft für potenzielle Partner? Welche Institute der ZHAW sind relevant? Und falls das Interesse konkret wird, vermittelt er direkt den Kontakt für passende Flächen. In kurzer Zeit muss ein Bild von Winterthur gezeigt werden, das überzeugt.

12:00 Uhr – Mittagspause
Zum Mittagessen holt sich Andi sein Lieblingsgericht im Take-away an der Technikumstrasse: ein rotes vegetarisches Thai-Curry. Gegessen wird auf der Dachterrasse des Büros – mit Blick über die Altstadt. Eine kurze Pause, um frische Luft zu schnappen, den Kopf zu lüften und neue Energie für den Nachmittag zu sammeln.

13:30 Uhr – Nachbearbeitung eines Messebesuchs
Nach dem Besuch einer Automatisierungsmesse in Deutschland sichtet Andi seine Notizen. Er ordnet die gesammelten Kontakte, schätzt deren Relevanz ein und überlegt, bei welchen sich ein Folgekontakt lohnt. Dann verknüpft er zwei Kontakte, die unbedingt voneinander wissen sollten. Eine kurze Intro-Mail mit drei Sätzen, zwei Namen und etwas Kontext. Oft sind es genau diese kleinen Verbindungen, die den grössten Mehrwert schaffen.

15:30 Uhr – Standortpositionierung weiterdenken
Der Vormittag hat neue Perspektiven aufgezeigt. Fragen und Bedürfnisse, die man vom Schreibtisch aus nicht immer kommen sieht. Am Nachmittag widmet sich Andi einer zentralen Frage: Was macht Winterthur aus und wie lässt sich das klar und überzeugend vermitteln? Er arbeitet an Argumentationsketten und Vergleichen. Ziel ist es, die Stärken des Standorts nicht nur zu kennen, sondern sie so zu erzählen, dass sie bei Firmen ankommen – egal ob sie aus Südafrika, Deutschland oder der Nachbarregion kommen.

18:30 Uhr – Delegationsbesuch aus Nordengland
Am Abend steht ein Empfang für eine Wirtschaftsdelegation aus Nordengland an. Zwischen Gesprächen am Stehtisch, etwas Standortwerbung und viel Zuhören entstehen neue Kontakte.